Detox Kuren Blog Beitrag

Detox-Kuren – braucht man so etwas wirklich?

Herzlich willkommen bei IM Medicine – dort, wo moderne Medizin auf Achtsamkeit trifft.

Willkommen zu einem neuen Blogartikel bei IM Medicine.

Heute möchte ich mit euch über das Thema Detox sprechen – und darüber, ob man diese wirklich braucht, wie die aktuelle Studienlage aussieht und welche eigene Erfahrung und Meinung ich dazu habe.

Detox Blog Beitrag
https://www.shutterstock.com/de/g/Pixelbliss

Es gibt auch einen aktuellen Anlass für dieses Thema: meine Cleanse and Restore Kur, die ich im März gemacht habe. Dabei kam mehrfach die Frage auf, ob man so etwas überhaupt braucht, und von Kritikern wurde angemerkt, dass sogenannte „Schlacken“ wissenschaftlich gar nicht nachgewiesen seien.

 Los geht’s.

Was sind Detox-Kuren überhaupt?

Unter dem Begriff Detox-Kur werden ganz unterschiedliche Methoden zusammengefasst. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Detox-Produkte wie Pulver, Tees oder Kapseln
  • Heilfasten
  • Basenfasten
  • Saftfasten

Der Begriff „Detox“ bedeutet übersetzt zunächst einmal Entgiftung. Die Idee dahinter ist, den Körper bei seinen natürlichen Reinigungsprozessen zu unterstützen und Giftstoffe abzutransportieren.

Braucht man Detox-Kuren wirklich?

Tatsächlich habe ich in meiner Recherche keine Studie gefunden, die die wissenschaftliche Evidenz von klassischen Produkt-Detox-Kuren eindeutig belegt.

 Keine Evidenz für „Entschlacken“

Laut offiziellen Quellen existieren aus wissenschaftlicher Sicht in einem gesunden Körper keine „Schlacken“, die durch spezielle Säfte oder Produkte ausgeleitet werden müssten.

Unsere Organe übernehmen diese Aufgaben täglich selbst durch:

  • Leber
  • Nieren
  • Darm
  • Lunge

Sie sorgen permanent dafür, dass Stoffwechselprodukte ausgeschieden werden.

Kommerzielle Detox-Produkte

Für viele kommerzielle Detox-Produkte gibt es bisher keine seriösen Humanstudien, die eine entgiftende vorteilhafte Wirkung nachweisen.

Mögliche Risiken von Detox Kuren

Einige sehr einseitige Kuren – insbesondere reine Saftkuren – können sogar Nachteile haben:

  • Belastung des Darms
  • Förderung von Entzündungsprozessen durch einen hohen Fruchtzuckeranteil
  • Muskelabbau
  • Jojo-Effekte
Heilfasten
https://www.shutterstock.com/de/g/Johanna+Muehlbauer

Heilfasten: Was wissenschaftlich belegt ist

Anders sieht es beim Heilfasten aus.

 Forschung von Prof. Dr. Andreas Michalsen

 Prof. Dr. Andreas Michalsen der Berliner Charité forscht seit Jahren zu Fasten und Naturheilkunde. Er war damals auch jemand, der mich für das Zweitstudium Humanmedizin motiviert hat. Ich wollte immer genau so eine Ärztin werden, die die Bereiche miteinander verknüpft.

 Studien beim Heilfasten zeigen:

  • Positive Wirkung bei chronischen Erkrankungen

 Heilfasten kann unterstützend wirken bei:

  • Bluthochdruck
  • Typ-2-Diabetes
  • Rheuma
  • chronischen Entzündungen

 Autophagie – die Zellreinigung

Beim (intermittierenden) Fasten wird ein Prozess aktiviert, den man Autophagie nennt.

Das ist vereinfacht gesagt die körpereigene:

  • Müllabfuhr
  • Zellreinigung
  • Regeneration

 Dieser Prozess beginnt etwa nach 16 Stunden Fasten und erreicht nach 24–48 Stunden einen stärkeren Effekt.

 Für die Erforschung der Autophagie wurde sogar ein Nobelpreis vergeben, also gibt es für diese positiven Effekte tatsächlich sehr klare wissenschaftliche Evidenz. Die Autophagie entfernt unseren „Zellmüll“. Gibt es also doch „Schlacken“, wenn es sogar einen Nobelpreis dafür gab?

Darmgesundheit

Längeres therapeutisches Fasten kann laut Studien außerdem:

  • das Gewicht reduzieren
  • den Stoffwechsel verbessern
  • die Darmflora positiv verändern

 Lies gern mal nach: https://aerztegesellschaft-heilfasten.de/informationsdienst/fachbeitraege-fastentherapie/weltweit-groesste-wissenschaftliche-studie-ueber-die-wirkung-des-buchinger-heilfastens/

Basenfasten – sinnvoll oder nicht?

Beim Basenfasten werden für einen begrenzten Zeitraum nur basische Lebensmittel gegessen:

  • Gemüse
  • Obst
  • Kräuter
  • Nüsse
  • Gekeimtes Getreide

 Das wird meist in speziellen Hotels oder Zentren angeboten. Gemeinsam mit Bewegungseinheiten, basischen Bädern und therapeutischen Anwendungen wie Leberwickeln und Massagen. Einen Basenfasten-Urlaub habe ich selbst schon einmal gemacht und mir ging es sehr sehr gut danach. Währenddessen war ich ziemlich bei mir, habe viele Erkenntnisse und Klarheit gewonnen und konnte so richtig regenerieren – sowohl mental als auch körperlich.

 Was Studien zeigen

Studien deuten darauf hin, dass eine pflanzenbetonte Ernährung:

  • den Stoffwechsel entlasten kann
  • Entzündungen reduzieren kann
  • langfristig gesünder sein kann als stark verarbeitete Ernährung

 Erste Studien zeigen ebenso positive Effekte des Basenfastens.

 Kritik aus der Schulmedizin

Kritisch gesehen wird allerdings die Vorstellung, dass ein gesunder Körper „übersäuert“ sei und künstlich „entsäuert“ werden müsse.

Denn der Körper reguliert den Säure-Basen-Haushalt normalerweise selbst sehr präzise.

Meine persönliche Meinung als ganzheitliche angehende Ärztin, Apothekerin und Yogalehrerin

 Es war mir früher selbst nicht in dieser Tiefe bewusst, dass dieses Thema so kontrovers diskutiert wird, weil für mich gehört ab und zu ein Fasten/Entgiften irgendwie schon dazu.

 Meine Kerngedanken dazu:

 Fasten gehört seit Jahrhunderten zu vielen Kulturen

 In fast allen Traditionen gibt es Fastenzeiten:

  • christliche Fastenzeit
  • Ramadan
  • Ayurveda mit Panchakarma
  • buddhistische Reinigungstage

 Und manchmal denke ich:
Das, was uns überliefert wurde, ist oft nicht grundlos entstanden.

Alte Kulturen waren häufig sehr gut darin, den Menschen in seinen natürlichen Rhythmen zu beobachten und näher an ihrer eigenen Intuition, was Ihnen gut tut.

Heilpflanzen können die Entgiftungsorgane unterstützen

Durch mein Pharmazie-Studium weiß ich:

Es gibt Pflanzen, die die natürliche Leberfunktion unterstützen können, zum Beispiel:

  • Mariendistel
  • Löwenzahn
  • Artischocke

 Ob man das nun „Detox“ nennt oder nicht:
Die Unterstützung körpereigener Prozesse ist durchaus sinnvoll.

Auch Bitterstoffe im Frühjahr können helfen, die Verdauung anzuregen und zu „entgiften“.

Wir entgiften nicht nur über die Leber

Der Körper entgiftet auch über:

  • Nieren
  • Haut
  • Darm

Deshalb nutzen viele Menschen unterstützend:

  • Sauna
  • Schwitzen
  • Birkenblättertee
  • Brennnesseltee
  • Ich glaube, dass wir auf natürliche Weise die Entgiftungsfunktion unseres Körpers durchaus unterstützen können und auch sollten.

Warum Entlastung heute wichtiger denn je ist

Unsere moderne Lebensweise bringt viele Belastungen mit sich:

  • Zucker
  • verarbeitete Lebensmittel
  • ungesunde Fette
  • Umweltgifte
  • Pestizide
  • hormonaktive Stoffe in z.B. Parfums
  • Dauerstress
  • Überreizung

 Deshalb erscheint es mir nur logisch, dem Körper regelmäßig bewusste Phasen der Entlastung zu schenken und die körpereigenen Entgiftungswege zu unterstützen. Kann der Körper überhaupt „Gifte“ in dieser Menge, die über Jahre oder vielleicht auch Jahrzehnte auf uns eingewirkt haben, alleine entsorgen? Ich weiß es tatsächlich nicht.

Körperlich lohnt es sich also mal eine bewusste Pause zu machen.

Auch mental.

Detox für den Geist

Während solcher Kuren passiert oft automatisch:

  • mehr Ruhe
  • weniger Reize
  • mehr Schlaf
  • mehr Reflexion

Und genau das brauchen wir häufig auch für unser Nervensystem. Teilweise auch, um Geschehnisse zu verarbeiten. Wir nehmen uns quasi den Raum dafür

Aus meiner persönlichen Erfahrung können solche Zeiten deshalb auch emotional sehr stärkend sein.

Mein Fazit zu Detox-Kuren

Wissenschaftlich betrachtet

 Nicht belegt:

  • klassische Detox-Produkte
  • pauschale „Entschlackungskuren“

Gut untersucht:

  • Heilfasten
  • Intervallfasten
  • Autophagie
  • teilweise Basenfasten

Meine persönliche Haltung

Meine Meinung ist:

Man muss keine Detox-Kur machen.
Aber:
Es kann sehr sinnvoll sein, den Körper regelmäßig bewusst zu entlasten.

Was ich persönlich mache

Ich selbst mache häufig zum Jahreszeitenwechsel:

  • einige Tage Kitchari-Cleanse (inspiriert aus dem Ayurveda, tut mir sehr sehr gut)
  • gelegentlich Basenfasten
  • aktuell die Cleanse and Restore Kur von doTERRA (Werbeinhalt)

Und meine Erfahrung war bisher:

Ich habe mich danach fast immer

  • körperlich leichter
  • klarer im Kopf
  • emotional stabiler gefühlt.

 Jedes Mal hatte ich den Eindruck, in einem bestimmten Bereich meines Lebens mehr Klarheit gewonnen zu haben. Nach dem Basenfasten-Urlaub habe ich noch über ein halbes Jahr die positiven körperlichen Effekte gespürt. Die Cleanse-and Restore-Kur hat mir Klarheit für meine Facharztrichtung gegeben, die ich anstrebe.

Das ist ein reiner Erfahrungsbericht, keine medizinische Empfehlung und kein Heilversprechen.

Ein wichtiger Sicherheitshinweis

Menschen mit:

  • Vorerkrankungen
  • Untergewicht
  • Essstörungen
  • Medikamenteneinnahme
  • Gallenproblemen

sollten Fasten oder stärkere Kuren niemals ohne professionelle Begleitung durchführen.

Zusammenfassung

Detox-Kuren sind kein medizinisches Muss.
Aber bewusste Entlastung kann dem Körper helfen.

Manchmal braucht unser Organismus nicht mehr –
sondern einfach weniger.

IM Medicine Logo

Schreibe einen Kommentar