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Resilienz stärken: Wie dein Nervensystem dir hilft, Krisen gesund zu bewältigen5 kraftvolle Pflanzen, die uns schützen und stärken

Hallo und herzlich willkommen beim Blog von IM Medicine, ein Ort, der Pflanzenmedizin, Achtsamkeit und Humanmedizin miteinander verbindet.

Mein Name ist Madeleine. Ich bin Ärztin in Ausbildung, Yogatherapeutin sowie studierte und mittlerweile fast promovierte Pharmazeutin.

Heute geht es um ein sehr wichtiges zentrales Thema der Nervensystemregulation, von dem wirklich jeder einmal gehört haben sollte: Resilienz.

Was bedeutet Resilienz eigentlich?
Und wie kannst du sie im Alltag stärken – zum Beispiel mit Methoden aus der Yogatherapie, Achtsamkeit oder der Phytopharmakologie?

Darum geht es in diesem Blogartikel.

Was ist Resilienz?

Resilienz bezeichnet die psychische Widerstandsfähigkeit eines Menschen und die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen, Krisen und Belastungen zu bewältigen.

Das bedeutet: trotz widriger Umstände gesund zu bleiben oder sich sogar weiterzuentwickeln.

Resilienz ermöglicht es uns, aus negativen Erfahrungen zu lernen und unser Wohlbefinden aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen.

Resilienz bedeutet nicht, dass wir keine Krisen erleben.
Sie bedeutet, dass wir Wege finden, wieder in unser inneres Gleichgewicht zurückzukommen.

Warum Resilienz verloren gehen kann

Ein paar Dinge sind dabei besonders wichtig zu verstehen.

Resilienz ist kein festes Persönlichkeitsmerkmal

Resilienz ist nicht vollständig angeboren. Natürlich gibt es genetische Veranlagungen, aber zu einem großen Teil ist Resilienz ein entwickelbarer Prozess.

Sie entsteht durch:

  • Erfahrungen
  • Umwelteinflüsse
  • erlernte Fähigkeiten

Resilienz bedeutet nicht, alles auszuhalten

Resilient zu sein heißt nicht, Belastungen zu ignorieren oder einfach „durchzuhalten“. Oder, was mir persönlich auch einmal gesagt wurde: “wegzumeditieren”

Vielmehr geht es darum, sich selbst zu regulieren – körperlich und psychisch.

Die Rolle des Nervensystems

Aus psychosomatischer Sicht ist Resilienz eng mit der Regulation des autonomen Nervensystems verbunden.

Sie zeigt sich zum Beispiel darin:

  • wie gut wir zwischen Aktivierung und Erholung wechseln können
  • wie früh wir Warnsignale unseres Körpers wahrnehmen

Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum.
Und in diesem Raum liegt unsere Möglichkeit zur Selbstregulation.

Warum Resilienz verloren gehen kann

Wenn wir über längere Zeit überfordert sind und keine ausreichenden Erholungsphasen haben, bleibt unser Stresssystem dauerhaft aktiviert.

Der Körper verliert dann zunehmend die Fähigkeit, selbstständig wieder in Ruhe und Regeneration zurückzufinden.

Entfremdung vom eigenen Körper

Viele Menschen nehmen frühe Stresssignale gar nicht mehr wahr oder ignorieren sie.

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der Pausen leider oft nicht selbstverständlich sind.

Ich selbst habe auch schon erlebt, dass ich schief angeschaut wurde, weil ich eine ganz normale Pause auf der Arbeit gemacht habe – obwohl sie natürlich unbezahlt war.

Dabei ist genau das wichtig: den Körper wieder als Informationsquelle wahrzunehmen.

Psychosoziale Faktoren

Auch soziale Faktoren spielen eine große Rolle.

Zum Beispiel:

  • fehlende Unterstützung
  • unsichere Bindungserfahrungen
  • chronische Konflikte

Hinzu kommt, dass wir durch Social Media viele Kontakte haben – aber nicht unbedingt ein stabiles örtliches Netzwerk.

Ein echtes familiäres oder freundschaftliches Umfeld gibt oft eine ganz andere Form von Sicherheit und Stabilität.

Wie du deine Resilienz stärken kannst

Für diesen Blogartikel habe ich vor allem Dinge herausgesucht, die ich auch in meiner eigenen Arbeit integriere.

Es gibt natürlich noch viele weitere Ansätze und auch viel Forschung zu diesem Thema.

Resilienz auf psychosomatischer Ebene stärken

Ein wichtiger erster Schritt ist die Förderung von Selbstwahrnehmung und Körperbewusstsein. Das ist einer der zentralen Bausteine meiner Unterrichtspraxis im Yoga. Ich lege sehr viel Wert auf Pausen und Nachspüren.

Zwischen Reiz und Reaktion liegt immer ein Raum – und genau dieser Raum gibt uns die Möglichkeit, bewusst zu handeln.

Selbstwirksamkeit entwickeln

Ein zentraler Bestandteil von Resilienz ist die sogenannte Selbstwirksamkeit.

Das bedeutet: durch das eigene Tun etwas bewirken zu können.

Wenn wir erleben, dass wir Herausforderungen selbst meistern können, stärkt das:

  • das Selbstbewusstsein
  • das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten

Ein Beispiel: Wenn Eltern ihren Kindern zu viele Dinge abnehmen, kann das langfristig dazu führen, dass Kinder weniger Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln.

Selbstwirksamkeit ist also ein wichtiger Baustein der Resilienz.

Selbstwirksamkeit bedeutet:
Ich kann durch mein eigenes Handeln etwas verändern.

Auch der Umgang mit Emotionen spielt eine große Rolle.

Aus der Trauma- und Yogatherapie kenne ich, wie wichtig es ist, Emotionen Raum zu geben:

  • sie wahrzunehmen
  • sie zu akzeptieren
  • sich selbst Mitgefühl zu schenken

Manchmal beginnt das schon damit, die eigenen Gefühle überhaupt benennen zu lernen.

Der Körper ist ein direkter Zugang zu unserem Nervensystem.

Atemarbeit

Die Atmung ist ein unglaublich kraftvolles Werkzeug.

Wenn du meinen Podcast schon länger hörst, weißt du vielleicht:
Mit einer verlängerten Ausatmung können wir das parasympathische Nervensystem aktivieren.

Das hilft dem Körper, wieder in einen Zustand von Ruhe und Entspannung zu kommen.

Sanfte Bewegung

Auch Bewegung kann regulierend wirken.

Dabei geht es nicht unbedingt um leistungsorientierten Sport.

Sanfte Bewegungsformen wie:

  • Yoga
  • sanftes Pilates
  • Qigong
  • ruhiger Tanz
  • entspanntes Schwimmen

können dem Körper helfen, wieder mehr Weichheit und Regulation zu spüren.

Schlaf, Rhythmus und Ruhephasen

Ebenso wichtig sind:

  • ausreichend Schlaf
  • regelmäßige Ruhephasen
  • ein stabiler Tagesrhythmus

Auch das Leben im Einklang mit Tages- und Jahreszeiten kann stabilisierend wirken, wo wir auch wieder beim Ayurveda sind 🙂

Auch Sinnesreize beeinflussen unser Nervensystem stark.

Besonders wichtig ist hier das limbische System, das für unsere Emotionsregulation zuständig ist.

Naturbasierte Impulse – zum Beispiel ätherische Öle – können diese Prozesse unterstützen.

Sie können helfen:

  • Aufmerksamkeit nach innen zu lenken
  • Körperempfindungen bewusster wahrzunehmen

Natürlich ist das kein Heilversprechen, sondern eine mögliche Unterstützung.

Ich selbst nutze zum Beispiel häufig:

  • Lavendel
  • Copaiba

Mein Partner mag besonders die Mischung Adaptiv, und auch Serenity oder der Serenity Stick – die sogenannte Pausenmischung – können unterstützend wirken.

Empfehlungen von uns: https://doterra.me/xjHDIH 

Auch der Kontakt mit der Natur hat einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden.

Die Natur kann regulierend auf Körper und Psyche wirken, zum Beispiel durch:

  • natürliche Lichtverhältnisse
  • weniger sensorische Reize
  • Düfte aus der Natur
  • das Erleben von Weite, Stille und Verbundenheit

Natur ist dabei keine Therapie im klassischen Sinn, sondern ein unterstützender Erfahrungsraum.

Der bewusste Kontakt mit der Natur kann helfen, Stressreaktionen zu reduzieren und die Selbstregulation zu stärken.

Als Wissenschaftlerin habe ich dir gerne Studien dazu herausgesucht:

  • Studie zu naturbasierter Therapie (NBT) und Resilienz (Korea, 2022/2023): Eine Studie mit 291 Teilnehmern untersuchte die Auswirkungen von 30 therapeutischen Gartenbausitzungen über 15 Wochen. Die Ergebnisse zeigten signifikante Verbesserungen in Resilienz-relevanten Bereichen wie Stressabbau (Stress -55 % in ähnlichen Settings), Reduzierung von Ängsten und Depressionen sowie eine höhere Lebenszufriedenheit.
  • Systematische Übersichtsarbeit zu Waldbaden (Shinrin-yoku): Untersuchungen zeigen, dass der Aufenthalt im Wald Stresssymptome (Cortisolspiegel, Blutdruck) reduziert und die Resilienz fördert, oft schon durch kurze Aufenthalte von 20 Minuten.
  • Universität Manchester Studie (2026): Forschungen ergaben, dass Naturtherapie (Aufenthalt in Parks, Gärten, Wäldern) die psychische Gesundheit verbessert, bei der Verarbeitung emotionaler Schmerzen hilft und die Resilienz steigert.
  • Nature-based Biopsychosocial Resilience Theory (2023): Diese Arbeit fasst zusammen, dass der Kontakt mit der Natur (Grün- und Blauräume) Menschen hilft, persönliche Widerstandskraft gegen Stressoren aufzubauen, was zu geringeren Raten von Angststörungen führt.
  • Grow-Programm Evaluation (Brighton, 2016): Über 3 Jahre wurde ein naturbasiertes Programm mit 87 Teilnehmern ausgewertet. 87,5 % der Teilnehmer berichteten von signifikantem Nutzen für ihre psychische Gesundheit, was auf eine Stärkung der persönlichen Resilienz hindeutet.

Hier kannst du nachlesen: https://pmc-ncbi-nlm-nih-gov.translate.goog/articles/PMC9914984/?_x_tr_sl=en&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=sge#:~:text=Nature%2Dbased%20therapy%20has%20a%20positive%20impact%20on%20individuals’%20mental,nature%20after%20nature%2Dbased%20therapy. 

IM Medicine Blog - Integrative Medizin und Naturheilkunde

In meiner yogatherapeutischen Arbeit steht Resilienz nicht im Sinne von Leistungssteigerung im Vordergrund.

Es geht vielmehr um den Aufbau von Stabilität und innerer Sicherheit.

Zentrale Elemente meiner Arbeit sind:

  • Wahrnehmung körperlicher Signale
  • Atemarbeit zur Stressregulation
  • langsame, angepasste Bewegungen
  • das Lernen von Grenzen und Pausen

Wer meine Yogastunden kennt, weiß, dass ich immer wieder Pausen zum Nachspüren einlege.

Ein Ziel der Yogatherapie ist es, das Nervensystem zu stabilisieren und langfristig die persönliche Resilienz zu stärken.

Fazit: Resilienz ist trainierbar

Resilienz bedeutet nicht, dass wir immer stark sein müssen.

Es bedeutet vielmehr, immer wieder Wege zu finden, zurück in unser Gleichgewicht zu kommen.

Dabei können uns viele Dinge unterstützen:

  • Körperwahrnehmung
  • Atemarbeit
  • Bewegung
  • soziale Beziehungen
  • Naturverbundenheit

Resilienz entsteht nicht durch Perfektion –
sondern durch den bewussten Umgang mit Herausforderungen.

 

Ich hoffe, du konntest aus diesem Blogartikel das eine oder andere für dich mitnehmen.

Liebe Grüße
und gönn dir heute mal eine Pause.

Alles Liebe
Madeleine

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