Entzündungen ganzheitlich regulieren: Pitta im Ayurveda ausgleichen

Entzündungen ganzheitlich regulieren: Pitta (das ayurvedische Prinzip des Feuers) im Ayurveda ausgleichen

In der ayurvedischen Lehre steht Pitta für das Prinzip des Feuers – für Transformation, Klarheit und Energie. Ohne Pitta gäbe es keine Verdauung, kein Denken, keine Motivation, keinen Antrieb. Doch genau dieses innere Feuer kann, wenn es aus dem Gleichgewicht gerät, zu Hitze, Reizbarkeit und Entzündungen führen – körperlich wie auch mental.
In diesem Beitrag möchte ich dir zeigen, wie du Pitta erkennst, verstehst und liebevoll achtsam regulierst – und warum das nicht nur aus ayurvedischer, sondern auch aus schulmedizinischer Sicht ein wichtiger Schlüssel für deine Gesundheit ist.

Was ist Pitta eigentlich?

In der Ayurveda-Medizin wird der Mensch durch drei grundlegende Prinzipien beschrieben – die Doshas Vata, Pitta und Kapha. Pitta ist das Dosha des Feuers (mit einem kleinen Anteil Wasser). Es steht für Transformation, Verdauung, Stoffwechsel, Intelligenz und Scharfsinn.

Physiologisch spiegelt Pitta die katabolen Prozesse im Körper wider – also all jene, die Energie freisetzen: Enzymaktivität, hormonelle Steuerung, Stoffwechsel und Thermoregulation. Besonders stark wirkt Pitta in Leber, Galle, Dünndarm, Blut und Haut.

Die „Pitta-Zeit“ liegt laut Ayurveda zwischen 10 und 14 Uhr (tagsüber) sowie 2 und 6 Uhr (nachts) – Zeiten also, in denen unser Körper besonders aktiv verdaut und regeneriert. Wer beispielsweise nachts wegen Sodbrennen aufwacht, zeigt oft eine Pitta-Dysbalance – zu viel Hitze im System.

Typische Merkmale des Pitta-Typs

Pitta-Menschen sind meist mittelgroß, athletisch gebaut, mit einer warmen, leicht rötlichen Hautfarbe. Sie haben eine starke Verdauung und neigen zu regelmäßigem, intensivem Hunger.

Mental sind sie fokussiert, strukturiert und entschlossen – geborene Führungspersönlichkeiten mit klaren Zielen. In Balance sind sie inspirierend, analytisch und kraftvoll. Gerät Pitta jedoch aus der Balance, zeigt sich das in Reizbarkeit, Perfektionismus, Ungeduld und innerer Hitze – manchmal auch in körperlichen Symptomen wie Hautrötungen, Entzündungen oder Sodbrennen.

Pitta in Dysbalance: Wenn Feuer zu Flamme wird

Ayurveda beschreibt Entzündungen als Ausdruck eines überaktiven Pitta-Doshas – also eines Feuers, das zu stark lodert.
Die klassischen Zeichen einer Entzündung kennen wir auch aus der Schulmedizin:
Rötung (Rubor), Hitze (Calor), Schmerz (Dolor), Schwellung (Tumor) und Funktionsverlust (Functio laesa).

Akne, Gastritis oder chronische Hautreizungen sind typische Pitta-Störungen. Doch Entzündungen können auch „still“ verlaufen – unbemerkt, aber dauerhaft aktiv. Diese sogenannten stillen Entzündungen (Silent Inflammations) gelten heute als zentraler Faktor vieler chronischer Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Störungen oder Depressionen.

Ursachen sind häufig Stress, Umweltgifte, Schlafmangel, Übergewicht oder eine unausgewogene Ernährung.
Im Ayurveda spricht man hier von Ama – unverdautem Stoffwechselmüll, der sich im Körper ansammelt und mit dem inneren Feuer reagiert.

Schulmedizinisch zeigt sich das in moderat erhöhten Entzündungswerten wie CRP, IL-6 oder TNF-α. Über längere Zeit können solche Prozesse Organe wie Leber, Darm oder Haut belasten und das Immunsystem schwächen.

Wie du Pitta liebevoll regulierst

Typische Vata-Störungen – aus medizinischer und ayurvedischer Sicht

Ziel ist es nicht, das Feuer zu löschen, sondern es zu harmonisieren – sodass es wärmt, nährt und Energie schenkt, ohne zu verbrennen. Ayurveda, Ernährung, Bewegung und Aromatherapie greifen hier wunderbar ineinander.

  1. Ernährung für Pitta-Balance

Eine Pitta-ausgleichende Ernährung ist kühlend, bitter, süß und leicht.

Sie bevorzugt:

  • Grünes Blattgemüse, Gurke, Avocado, Kokos, Minze
  • Bitterstoffe wie Chicorée, Rucola oder Radicchio (besonders leberfreundlich)
  • Frisches, biologisches Gemüse der Saison

Zu vermeiden sind:

  • Scharfes, Saures, Salziges
  • Alkohol, Koffein, stark erhitzte oder frittierte Speisen

Bitterstoffe sind für Pitta besonders wertvoll – sie unterstützen die Leber, helfen bei der Entgiftung und kühlen das System. Auch die Schulmedizin bestätigt: Bitterstoffe fördern die Galleproduktion und damit die Verdauungsleistung.

  1. Aromatherapie für innere und äußere Kühlung

Ätherische Öle können Pitta wunderbar ausgleichen – sowohl über den Duft als auch über die Haut. Ich arbeite selbst mit den naturreinen Ölen von doTERRA (CPTG-Qualität), weil sie höchste Reinheit und Wirksamkeit bieten (Werbung)

Kühlende, Pitta-regulierende Öle sind unter anderem:

  • Limette (Lime): erfrischend, stimmungsaufhellend, wunderbar im Wasser oder in Desserts
  • Rose: harmonisierend, herzöffnend, kühlt sanft
  • Lavendel & Vetiver: beruhigend, ausgleichend, wohltuend bei innerer Hitze
  • Pfefferminze: wirkt kühlend, schmerzstillend und entzündungshemmend
  • Koriander, Fenchel, Kurkuma, Kardamom: unterstützen Verdauung und Leberfunktion und haben eine leicht kühlende Komponente

Ein Tropfen Limette im Glas Wasser oder eine Massage mit verdünntem Vetiveröl kann im Sommer wahre Wunder wirken. Achte nur darauf, dass Zitrusöle photosensitiv sind – nach dem Auftragen also bitte 24 Stunden nicht direkt in die Sonne gehen. Es gilt auch, als Einzeldosis der ätherischen Öle maximal 1-2 Tropfen am Anfang zu verwenden und dich bei Vorerkrankungen bzw. Schwangerschaft und Stillzeit ausführlich beraten zu lassen. Hier kannst du mein wertvolles PITTA PDF mit Tipps und den Links zu den Ölen kostenfrei herunterladen. Dort ist alles schön zusammengefasst. Download

  1. Bewegung & Lebensstil

Übermäßiger Ehrgeiz oder zu intensives Training verstärken Pitta.
Ideal sind moderate Bewegungen wie Schwimmen, Spazierengehen, Yoga oder sanftes Ausdauertraining.
Atemübungen (Pranayama) und Meditation wirken kühlend und beruhigen das Nervensystem – sie reduzieren den sympathischen Stressmodus und damit auch Entzündungsmarker im Blut.

Auch ausreichend Schlaf (vor Mitternacht!) ist wichtig, um das nächtliche Pitta nicht zu überreizen und die Regeneration der Leber zu fördern.

Ärztlich betrachtet: Prävention ist alles

Aus medizinischer Sicht ist es sinnvoll, Entzündungen frühzeitig zu erkennen. Laborwerte wie hs-CRP, IL-6, TNF-αoder der HOMA-Index geben Hinweise auf stille Entzündungen und Insulinresistenz.
Eine entzündungshemmende Lebensweise – reich an Omega-3-Fettsäuren, Curcumin und Grüntee-Polyphenolen – wirkt sowohl präventiv als auch regulierend.

Wenn du dich hier vertiefend begleiten lassen möchtest, kannst du dich gern für eine persönliche Beratung bei mir melden – ich kombiniere ayurvedische und naturheilkundliche Ansätze mit Aromatherapie und moderner Präventionsmedizin.

Fazit: Feuer in Balance

Pitta steht für Transformation, Klarheit und Lebensenergie – doch nur, wenn es in Balance ist.
In unserer modernen, leistungsorientierten Welt ist dieses Feuer oft überstimuliert. Das Ziel ist daher nicht, das Feuer zu löschen, sondern es in eine ruhige, klare Flamme zu verwandeln, die dich wärmt, stärkt und leuchtet, ohne dich zu verbrennen.

Indem du lernst, dein Pitta zu erkennen und zu regulieren – über Ernährung, Achtsamkeit und natürliche Regulation – stärkst du Körper, Geist und Emotion gleichermaßen.

Namaste und bleib im Gleichgewicht,
deine Madeleine

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