Die vier Phasen des weiblichen Zyklus mit Fokus auf die Menstruation als Phase der Regeneration und Ruhe.

Zykluswissen – Die 4 Phasen des weiblichen Zyklus

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Die Menstruation – Der Starter in Ruhe

Viele Frauen kennen ihren Zyklus vor allem dann, wenn etwas nicht funktioniert: Schmerzen, PMS, Wassereinlagerungen, Erschöpfung oder Stimmungsschwankungen. Mal bist du müde und erschöpft, mal voller Energie und Tatendrang und manchmal hast du ziemlich starke körperliche Beschwerden.

Dabei ist der weibliche Zyklus kein Fehler im System, sondern ein hochkomplexes Zusammenspiel verschiedener Hormone, Neurotransmitter und körperlicher Prozesse. Letztes Jahr besuchte ich einen Gynäkologen-Kongress und dort wurde das weibliche Hormonsystem mit einem Schweizer Uhrwerk verglichen. Es steckt ja auch tatsächlich etwas sehr wundervolles dahinter, der weibliche Körper wird jeden Monat darauf vorbereitet, ein Kind zu bekommen.

Als angehende Frauenärztin und Diplom-Apothekerin mit Liebe zur Naturheilkunde interessiert mich vor allem der integrative Blick auf Frauengesundheit: medizinisch fundiert, körperorientiert und gleichzeitig alltagsnah.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie über die vier Zyklusphasen.

Wir beginnen mit der Menstruation — dem Zeitpunkt, wo viele Frauen mehr Ruhe benötigen.

Der weibliche Zyklus: Mehr als nur Hormone

Grundsätzlich besteht der weibliche Zyklus aus vier aufeinanderfolgenden Phasen und dauert im Durchschnitt 28 Tage, kann sich jedoch physiologisch sogar bis 35 ziehen. Die Zählung beginnt am ersten Tag der Menstruation.

Die vier Phasen:

  1. Menstruation
  2. Follikelphase
  3. Eisprung
  4. Lutealphase

Dabei arbeiten drei große Hormonsysteme eng miteinander:

  • Östrogen
  • Progesteron
  • Androgene/Testosteron

Im Gegensatz dazu dominiert beim Mann primär ein Hauptsystem: Testosteron.

Das weibliche Hormonsystem ist deutlich komplexer und verändert sich zyklusabhängig kontinuierlich – eben ähnlich einer Schweizer Uhr. Genau deshalb reagieren Frauen häufiger sensibler auf Schlafmangel, Stress, Ernährung, Überlastung oder Entzündungen.

Phase 1: Die Menstruation – Der innere Winter

Tag 1–5

Die Menstruation markiert den Beginn eines neuen Zyklus.

In der integrativen Frauenheilkunde wird diese Phase oft als „innerer Winter“ beschrieben: Der Körper fährt herunter, Energie sinkt und das Nervensystem verlangt nach Ruhe, Wärme und Regeneration.

Was passiert hormonell während der Menstruation?

Zu Beginn der Menstruation befinden sich Progesteron und Östrogen auf ihrem Tiefpunkt.

Das Östrogen beginnt langsam wieder anzusteigen und sorgt schließlich dafür, dass die Blutung wieder endet.

Gleichzeitig wird die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen. Diese hat sich während des Zyklus aufgebaut, um eine potenzielle befruchtete Eizelle einzunisten. Wenn dies nicht passiert, folgt die Periode. 

Dabei spielen sogenannte Prostaglandine eine zentrale Rolle. Diese hochinteressanten Botenstoffe sorgen dafür, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht.

Genau diese Kontraktionen verursachen häufig:

  • Unterleibskrämpfe
  • Rückenschmerzen
  • Druckgefühl
  • Übelkeit
  • Müdigkeit

Ein erhöhter Prostaglandinspiegel – insbesondere PGF2alpha – gilt als wesentlicher Mitverursacher von Menstruationsschmerzen.

Zusätzlich ist das Immunsystem während dieser Phase leicht supprimiert und die Körperkerntemperatur sinkt.

Als Apothekerin kann ich dir auch noch erzählen, dass viele gängige Schmerzmittel (NSAIDs) eben diese Prostaglandin-Synthese (COX) hemmen. Doch in diesem Blogartikel soll es ja um integrative Wege gehen. 

Warum sich viele Frauen während der Periode anders fühlen

Viele Frauen spüren während der Menstruation deutlich:

  • weniger Energie
  • mehr Rückzugsbedürfnis
  • höhere Sensibilität
  • innere Unruhe oder Reizbarkeit
  • stärkere Erschöpfung

Ich selbst auch 😉 Vor allem an Tag 1 und 2.

Das ist nicht „eingebildet“ und auch kein Zeichen mangelbarer Belastbarkeit.

Der Körper arbeitet in dieser Phase auf Regeneration.Hormonspiegel verändern sich, Entzündungsmediatoren steigen an, die Gebärmutter kontrahiert rhythmisch und das Nervensystem reagiert sensibler auf Stress.

Deshalb profitieren viele Frauen in dieser Phase mehr von Ruhe, Wärme, sanfter Bewegung und Nervensystemregulation als von noch mehr Leistungsdruck.

Integrative Medizin bei Menstruationsbeschwerden

Darum geht es hier. Ein integrativ-medizinischer Ansatz kombiniert wissenschaftliche Medizin mit evidenzbasierten naturheilkundlichen Verfahren, Bewegung, Nervensystemregulation und Ernährung.

Gerade bei Menstruationsbeschwerden kann diese Kombination sehr wirkungsvoll sein.

Phytotherapie bei Menstruationsbeschwerden

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Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)

Frauenmantel gehört zu den klassischen Heilpflanzen der Frauenheilkunde und gehört zur Familie der Rosengewächse. Und blüht gerade aktuell in Hülle und Fülle im Allgäu.

Wirkung

Die Arzneipflanze laut Arzneibuch beschreibt das Kraut und fordert einen Mindestgehalt der hochwirksamen Gerbstoffe.

Die enthaltenen Gerbstoffe – insbesondere Agrimoniin – wirken adstringierend, antioxidativ und antimutagen.

Das bedeutet: Das Gewebe der Gebärmutterschleimhaut zieht sich leicht zusammen, wodurch sehr starke Blutungen reguliert werden können.

Zusätzlich wirken enthaltene Flavonoide:

  • leicht krampflösend
  • antioxidativ
  • entzündungsmodulierend

Dadurch kann oxidativer Stress während der Menstruation reduziert werden. 

Schafgarbe

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Schafgarbe wirkt traditionell:

  • krampflösend
  • entzündungshemmend
  • regulierend auf die Blutungsstärke

Besonders bei krampfartigen Beschwerden wird sie in der integrativen Frauenheilkunde häufig eingesetzt.

Gänsefingerkraut (Potentilla anserina)

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Gänsefingerkraut wird häufig als „Krampfkraut“ bezeichnet.

Wirkmechanismus

Die enthaltenen Flavonoide wirken gezielt auf die glatte Muskulatur des Uterus.

Dadurch kann die Spannung der Gebärmuttermuskulatur reduziert werden.

Apothekerwissen

Traditionell wird Gänsefingerkraut gerne in Milch oder einer fetthaltigen Pflanzenalternative zubereitet, da sich bestimmte Wirkstoffe so besser lösen.

Alternativ eignen sich standardisierte Extrakte.

Eisenkraut

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Eisenkraut unterstützt:

  • den Eisenhaushalt
  • die Regeneration
  • die körperliche Belastbarkeit

Viele Frauen empfinden es während der Menstruation zudem als sanft aktivierend.

Ätherische Öle bei Regelschmerzen

Ätherische Öle können über das limbische System sowohl körperlich als auch emotional regulierend wirken. Hör dir dazu auch gern mal die Podcast-Folgen zu den ätherischen Ölen an. Hierbei wird erklärt, wie eben diese feinen Stoffe über unser Riechsystem (olfaktorisches System) direkt unser Gehirn beeinflussen können.

Muskatellersalbei 

Muskatellersalbei gilt als eines der wichtigsten ätherischen Öle in der Frauenheilkunde.

Wirkung

  • krampflösend
  • entspannend auf die Gebärmuttermuskulatur
  • nervensystemregulierend
  • hormonell ausgleichend

Dafür gibt es einige Studien, die das wissenschaftlich bestätigen.

Lavendel 

Lavendel wirkt:

  • beruhigend
  • schmerzlindernd
  • entspannend
  • stressreduzierend

Besonders hilfreich bei Reizbarkeit und emotionaler Überforderung.

Römische Kamille

Römische Kamille eignet sich besonders bei:

  • krampfartigen Unterleibsschmerzen
  • emotionaler Anspannung
  • innerer Unruhe

Majoran

Majoran wirkt:

  • stark wärmend
  • muskelentspannend
  • krampflösend

Ideal für Massagen des unteren Rückens.

Anwendungsmöglichkeiten

  • Unterleibsmassage mit verdünntem Trägeröl
  • warme Kompresse
  • Entspannungsbad
  • Diffusor zur emotionalen Regulation

Bewegung während der Periode: Warum sanft oft besser ist

Viele Frauen versuchen während der Menstruation gegen die Erschöpfung anzukämpfen.

Dabei zeigt sich in der Praxis häufig: Nicht intensiver Sport, sondern gezielte sanfte Bewegung unterstützt den Körper am meisten.

Restorative Pilates & zyklusorientierte Bewegung

Besonders geeignet sind:

  • restorative Pilates-Einheiten
  • Atemarbeit
  • Mobilisation der Lendenwirbelsäule
  • sanfte Beckenkippungen
  • Spaziergänge
  • Nervensystemregulation

Ziel

Die Aktivierung des Parasympathikus.

Dadurch können Schmerzsignale besser verarbeitet und Stressreaktionen reduziert werden.

Die Synergie zwischen Bewegung und Entzündungsregulation

Sanfte Bewegung verbessert die Durchblutung des Beckens.

Dadurch können entzündliche Mediatoren wie Prostaglandine schneller abtransportiert werden.

Gleichzeitig kann Phytotherapie – beispielsweise Schafgarbe – die Entzündungsprozesse biochemisch beeinflussen.

Genau diese Kombination macht integrative Medizin so spannend.

Mikronährstoffe während der Menstruation

Eisen

Während der Menstruation verliert der Körper Eisen.

Besonders wichtig:

  • ausreichende Eisenzufuhr
  • Kombination mit Vitamin C zur besseren Aufnahme

Magnesium

Magnesium unterstützt:

  • die Entspannung der glatten Muskulatur
  • das Nervensystem
  • die Regeneration

Viele Frauen profitieren besonders bei Krämpfen von einer ausreichenden Magnesiumversorgung.

Zink

Zink unterstützt:

  • die Schleimhautregeneration
  • das Immunsystem
  • entzündungsregulierende Prozesse

Fazit

Die Menstruation ist nicht komisch.

Sie ist eine hochaktive biologische Phase, in der hormonelle, neurologische und immunologische Prozesse gleichzeitig stattfinden.

Gerade deshalb lohnt sich ein integrativer Blick: Nicht entweder Schulmedizin oder Naturheilkunde — sondern ein sinnvolles Zusammenspiel aus evidenzbasierter Medizin, Phytotherapie, Ernährung, Bewegung und Nervensystemarbeit.

Viele Frauen erleben bereits kleine Veränderungen als enorme Entlastung: mehr Verständnis für den eigenen Zyklus, weniger Widerstand gegen den Körper und ein bewussterer Umgang mit Energie und Belastung.

Über mich

Ich bin angehende Frauenärztin und Diplom-Apothekerin mit Liebe zur Naturheilkunde.

Auf IM Medicine verbinde ich evidenzbasierte Medizin mit integrativer Frauenheilkunde, Nervensystemregulation und zyklusorientierter Gesundheit.

Weitere Artikel zur Zyklusserie folgen:

  • Die Follikelphase 
  • Der Eisprung 
  • Die Lutealphase

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